Besonders plastisch gerät Alfred Hubers Diptychon (Re) Actio op. 18 (2012), das sich auf originelle Weise mit den historischen Vorbildern von Kriegs- und Schlachtenmusik auseinandersetzt: Während sich Vähälä und de Groot im ersten Satz („Krieg“) in eine vorwärtstreibende, von hysterischen Violinkonfigurationen durchzogene marschartige Diktion hineinsteigern, formen sie den zweiten Satz („Frieden“) zu einer zynischen Groteske aus dem Geiste Schostakowitschs.
Oktober 2026
Chromophor I · op. 13
Wie lässt sich Farbe in Musik verwandeln? Alfred Hubers Chromophor erkundet diese Frage in drei Sätzen: Moderato – Rot, Adagio – Blau und Allegro – Orange-Weiß. Chromatische Linien, spannungsreiche Zusammenklänge und wechselnde Klangfarben verbinden sich zu einem ausdrucksstarken Dialog zwischen Viola und Klavier. Die eingetragenen poetischen Textfragmente eröffnen eine zusätzliche Deutungsebene.
Für eingespielte Duos bietet Chromophor eine reizvolle Verbindung aus klanglicher Entdeckungsfreude, instrumentalem Anspruch und poetischer Anregung. Eine lohnende Repertoirewahl für Musikerinnen und Musiker, die zeitgenössische Kammermusik mit einer lebendigen Ausdruckswelt suchen.